Klaviaturschablonen des Konzerttrautoniums
Wo liegen hier eigentlich die Töne? Nachdem man eine Weile versucht hat, die Lage der Töne der gewöhnlichen Halbtonskala auf dem in diesem Instrument verwendeten Doepfer-Manual sauber zu ertasten, bemerkt man hier eine schwer auszuräumende Schwierigkeit. Selbstverständlich besitzt auch ein Streichinstrument keine unterlegte Tonskala auf dem Griffbrett. Man hat aber dort anhand des Korpus Orientierungsmöglichkeiten. Dazu gibt es durch die Instrumentenhaltung die Möglichkeit, anhand unterschiedlicher Muskelspannungen die Orte von Tönen zu erkennen. All dieses entfällt bei dem hier verwendeten Manual. Man braucht also eine Orientierung. (Auf dem originalen Trautonium leisten dies die dort angebrachten Hilfstasten).
Nebenbemerkung: Selbstverständlich kann man, wenn es nur um das tonal saubere Spiel geht, eine sogenannte "Quantisierung" einsetzen. Man nimmt sich damit aber gerade die Möglichkeiten derjenigen Spielweisen, die nur auf einem kontinuierlichen Manual möglich sind (musikalisch gespieltes Vibrato, durch Gleiten des Fingers erzeugte kontinuierlich verlaufende Tonhöhen).
Darum habe ich Klaviaturschablonen - zunächst für die gewöhnliche Halbtonskala - entwickelt, die in abgewandelter Form auch für mikrotonales Spiel eingesetzt werden können.
Für den Fall der Halbtonskala muss der Tonabstand zwischen Anfangs- und Endpunkt des Manuals für die hier erstellte Schablone exakt drei Oktaven betragen. (Man erhält dann Tonabstände auf der Schablone, die sehr genau denen einer Klaviertastatur entsprechen). Besitzt man einen Tongenerator mit Oktavumschaltung, gestaltet sich der entsprechende Abgleich recht einfach.
Um die Erstellung und Montage der Schablonen möglichst einfach zu gestalten, habe ich hierfür Druckvorlagen in Form von zwei 30 mm breiten Streifen auf einer gewöhnlichen DIN-A4-Seite erstellt. Die erforderlichen Druckränder handelsüblicher Drucker sind berücksichtigt. Die beiden Streifen werden ausgeschnitten und leicht überlappend aneinandergeklebt (Tesafilm).
Der so entstandene 50 cm lange Papierstreifen wird dann auf eine handelsübliche, passend auf ca 50 cm gesägte Baumarktleiste geklebt (30 mm breit und 14 mm dick, die Maße sind nicht kritisch).
Um eine feste Position für die Schablone zu haben, kann man sie zunächst an eine Schraube des Doepfer-Manuals anlegen.
Die Tonabstände auf der Schablone müssen empirisch ermittelt werden, da die von der Auswerteelektronik des Doepfer-Manuals abgegebene Tonhöheninformation nicht exakt linear entsprechend der Druckposition verläuft. Dies hängt auch damit zusammen, dass der Druck der Fingerbeere auf den Positionssensor des Manuals nicht punktförmig erfolgt. Es wird auch nicht der Mittelwert dieses "Druckflecks" abgebildet. Man kann dies leicht testen, indem man an zwei Stellen gleichzeitig auf das Manual drückt. Auf jeden Fall macht es darum keinen Sinn, anstelle der Finger für eine vermeintlich genauere Positionsermittlung einen Gegenstand einzusetzen. Das Ergebnis ist nicht das gleiche.
Man markiert darum einfach die Mitte der Fingerabdrücke für die einzelnen Tonstufen und misst die Positionen dieser Markierungen aus. Danach errechnet man die arithmetischen Mitten der so ermittelten Positionen.
Für eine größere Flexibilität beim Tonumfang habe ich zwei Schablonen erstellt. Der tiefste Ton der ersten Variante ist ein "C", der tiefste Ton der zweiten Variante ist ein "F". Die Druckvorlage für die "C"-Variante findet man
hier,
eine bearbeitbare Version hier.
Die Druckvorlage für die "F"-Variante findet man
hier,
eine bearbeitbare Version hier.
In der bearbeitbaren Version können nach dem Herunterladen der svg-Datei die Maße für die Tonstufen in üblichen Zeichenprogrammen modifiziert werden.

